Monatsrückblick Mai/Juni 2026

In unserem Monatsrückblick findet ihr kurze oder auch etwas längere Erlebnisberichte unserer Omas und Opas zu den entsprechenden Aktionen. Die Berichte sind ungefiltert und stellen einen persönlichen Eindruck dar. Viel Spaß beim Stöbern!

1. Mai 2026 in Singen HohentwiEl

Wir freuen uns, gemeinsam am Stand mit dem Bündnis DemokraTwiel für die Demokratie unterwegs zu sein.

von Inge Saegert

Bei strahlendem Frühjahrswetter waren wir, die OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz, zum ersten Mal in Singen vor Ort. Wir, das waren Sue, Christiane, Inge.

Neben zahlreichen interessierten Gästen freuten wir uns über viele Kinder, die unseren Pavillon besuchten. Neugierig schauten sie, was es denn wohl bei uns gäbe. Monstermalen! Da waren wir wirklich für die Kinder die Sensation auf dem Fest. Üblicherweise sind die Stände ja eher darauf ausgerichtet zu informieren, um über politische und gewerkschaftliche Themen miteinander ins Gespräch zu kommen. Bei uns kam Freude auf. Die Kinder konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Es war richtig toll, was da auf dem Tisch lag: Wasserfarben und dazu Strohhalme um Pustemonster herzustellen, Buntstifte, dicke und dünne Filzmalstifte. Zusätzlich noch große und kleine Monsteraugen zum aufkleben und vieles mehr. Es entstanden wunderschöne Bilder und die Monsterwelt wuchs und wuchs.

In dieser Zeit konnten wir die Eltern für unseren Stand interessieren und so für unsere Inhalte werben. Ja, es war ein gelungenes erstes Mal in Singen am Hohentwiel. Schön, dass wir dabei sein konnten. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Aktionen mit DemokraTwiel.


Impressionen zum 1. Mai 2026 in Konstanz

von Christina Herbert-Fischer

Das Wetter ist herrlich, strahlend blauer Himmel. Um 9.30 Uhr, treffen wir zum Aufbau unseres Standes im Stadtgarten ein. Zwei unserer Mitstreiterinnen von den Studis gegen Rechts sind auch schon da. Den neuen Pavillon haben wir gemeinsam innerhalb von Minuten aufgebaut.

Als alles fertig ist, hasten Christiane und ich zum Stephansplatz. Dort startet die Demo zum ersten Mai dieses Jahr. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an.

Ich bin positiv überrascht, daß auch ohne die Schweizer Teilnehmenden vom letzten Jahr, wo die Veranstaltung gemeinsam organisiert worden war, für Konstanz zum 1. Mai viele Menschen versammelt sind. Es sind  sichtbar mehr als im Jahr zuvor. Erstaunlich viele junge Leute sind diesmal dabei. 

Gute Reden, tolle Stimmung und dann geht es los. Wir ziehen quer durch die Innenstadt, mit lauten Parolen und nach einer weiteren Station in der Rosgartenstraße, Ecke Bodanplatz mit weiteren Reden, zum Stadtgarten. 

Wir treffen Bekannte aus Pfullendorf, die im Verein Pfullendorf ist und bleibt bunt e.V. engagiert sind. Mit ihnen waren wir letztes Jahr zusammen beim Fanta-4-Konzert in Salem und hatten gemeinsam für unsere Omas Pfandbecher gesammelt. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen. Der Bodensee ist halt doch klein. Das Hallo ist laut. ?

Nach der Kundgebung startet das Kulturfest mit Musik, leckerem Essen, entspannten Menschen, interessanten Gesprächen und vielen bekannten Akteuren. ?

Jung und Alt, Studis gegen Rechts und OMAS GEGEN RECHTS, stehen auch an diesem 1. Mai in Konstanz gemeinsam für Menschenwürde, Menschenrechte, Freiheit und Demokratie ein.

Es lebe der 1. Mai!

Gemeinsam sind wir stark!


8. Mai 2026 AG Schule – Bewerbung für den Zukunftspreis

von Britta Hering

Daumen drücken und abstimmen

Die AG Schule der OMAS GEGEN RECHTS in Stadt und Kreis Konstanz hat sich für den Zukunftspreis des Südkurier beworben

https://zukunftspreis.suedkurier.de/

“Mit dem Zukunftspreis wollen wir sichtbar machen, wie sich Menschen und Unternehmen für die Zukunft unserer Region einsetzen. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Engagement gemeinsam mit der Crescere Stiftung Bodensee belohnen und fördern dürfen“, erläutert SÜDKURIER-Geschäftsführer David Lämmel.

In der Ausschreibung wird Folgendes beschrieben: «Ausgezeichnet werden sollen zukunftsweisende Initiativen, Projekte und Angebote, die etwa in den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit, Demokratie und Gesellschaft sowie Bildung und Soziales neue Impulse setzen.»?

Der Bereich Demokratie und Gesellschaft umfasst laut Südkurier «Projekte, die Austausch ermöglichen, Beteiligung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Ob im Landkreis, in der Kommune oder im Quartier: Gefragt sind Ideen, die Menschen zusammenbringen und demokratisches Miteinander vor Ort lebendig machen».

Hier fühlten wir von der AG Schule der OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz uns doch direkt angesprochen und haben uns gleich an die Arbeit gemacht, um eine aussagekräftige Bewerbung zu verfassen. Am Freitag, den 8. Mai haben wir diese offiziell online eingereicht. Demnächst werdet ihr einen Artikel darüber im Südkurier und auf der oben verlinkten Seite sehen können.

Eine Jury entscheidet ab Ende Juli über die Vergabe der einzelnen Preise.

Was könnt ihr tun ausser Daumen drücken? Es gibt zusätzlich zur offiziellen Jury ein Leser-Voting. Vom 27. Juli bis 9. Oktober könnt ihr dort eure Stimme für uns abgeben.?


9. Mai 2026 Gedenken an die Opfer von Faschismus und Krieg

von Elisabeth Steiner-Eisenhut und Christina Herbert-Fischer

Dies war die Ankündigung für eine Führung im Goldbacher Stollen mit anschließender Gedenkfeier. Auch Vertreterinnen der OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz haben sich beteiligt und schildern hier ihre Eindrücke.

Der Besuch im Stollen in Goldbach hat uns sehr betroffen gemacht. Wir Konstanzerinnen waren zu dritt: Martina, Christina und Elisabeth.

Herr Burger, der uns durch den Stollen führte, ist Historiker und ehemaliger Lehrer aus der Region. Er hat die Geschichte des Stollens bis ins Detail recherchiert und niedergeschrieben. Mit diesem umfangreichen Hintergrundwissen hat er uns das Leben und Schicksal der ca. 800 Zwangsarbeiter beschrieben – es waren Kriegs- und Straf-Gefangene, die unter schlimmsten und unmenschlichen Bedingungen diesen Stollen graben mussten – . Es gab sehr viele Todesfälle.

Der Stollen wurde im Oktober 1944 begonnen um die Rüstungsindustrie dort hinein zu verlegen. Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland.
Der Stollen kam nie zum Einsatz.

Es war teils sehr bewegend beim Stollen, aber auch die anschließende Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Birnau hat uns alle berührt.

Der gemeinsame Ausflug zu diesen Veranstaltungen hat uns drei einander sehr nahe gebracht. Schön war es auch, Vertreterinnen der OMAS GEGEN RECHTS Bodensee aus Pfullendorf und vom Verein Pfullendorf ist und bleibt bunt e.V. zu treffen sowie weitere Teilnehmende aus Konstanz.

In Zeiten, in denen immer öfter ein Schlussstrich hinter der deutschen Vergangenheit gefordert wird, ist es notwendig, sich für dieses Gedenken einzusetzen. 

Natürlich sind die Nachkriegsgenerationen nicht schuld an dem, was ihre Groß- oder Urgroßeltern verbrochen haben. Die Verantwortung, dass dies nie wieder geschieht, liegt jedoch nicht bei den Toten, sondern bei den Lebenden

Es ist kein „Fliegenschiss der Geschichte“ und solchen Äußerungen müssen wir deutlich alles entgegensetzen, was wir auch immer können.


23. Mai 2026 Das Grundgesetz feiern

Von Monika, Kathi, Marita, Barbara, Nora
stellvertretend für alle beteiligten Omas

Mit Blumen, Luftballons und einem liebevoll eingerichteten Stand feierten wir – die OMAS GEGEN RECHTS in Stadt und Kreis Konstanz – am 23. Mai auf der Marktstätte den
77. Geburtstag unseres Grundgesetzes und warben für Demokratie und Menschenrechte.

Es war unsere erste größere Standaktion, bei der wir Passantinnen und Passanten aktiv mit einbezogen. Mehr als 70 Personen beteiligten sich an unseren Mitmachaktionen. Interessierte Leute wurden angeregt, untereinander zu diskutieren. Darüber hinaus entwickelten sich für uns intensive Gespräche, und wir sammelten wertvolle Erfahrungen:
zuhören, argumentieren und mit heiklen Situationen umgehen.

Einige Erlebnisse berührten uns besonders:
Ein etwa 10 jähriger Junge – gefragt, was für ihn „Freiheit“ bedeute – meint: „Wenn man arm ist, ist man nicht frei. Die Starken sollen den Schwachen was abgeben.“
Ein uns freundlich gesinnter Herr spendete 50 Euros für die „Omas“.
Wir erhielten viel Zuspruch und Unterstützung von jungen Menschen, die sich für das Grundgesetz interessierten und meinten, es sei „lebenswichtig“

Leider gab es auch ein paar unangenehme Momente:
Zwei Herren gebärdeten sich aggressiv und aufdringlich, kamen Omas und Passantinnen körperlich zu nahe und mussten nachdrücklich zum Gehen aufgefordert werden.

Wir elf Standbetreuerinnen spürten unsere Verbundenheit. Gestärkt und mit Freude und Zufriedenheit blicken wir zurück auf die gelungene Aktion.

Einen Beitrag im Südkurier zu unserer Standaktion findet Ihr unter:
https://www.suedkurier.de/kreis-konstanz/bluehende-botschaften-zur-menschenwuerde-omas-gegen-rechts-bleiben-in-konstanz-am-bodensee-standhaft-27-05-26-114105029

Wir, die OMAS GEGEN RECHTS in Stadt und Kreis Konstanz freuen uns ausserdem über die gewährte Unterstützung
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Laszlo (Bruder Werbung in Allensbach), der uns zum Selbstkostenpreis pünktlich zu unserer Aktion die Beachflag OMAS GEGEN RECHTS in Stadt und Kreis Konstanz fertiggestellt hat.


31. Mai 2026 Fest für Demokratie auf der Mettnau in Radolfzell

Erinnerungen an einen schönen Tag im Mai

von Inge Saegert, Bilder von Michael Dörfler

Fest (fest) für Demokratie – Welch ein schöner Name, um unser Grundgesetz zu feiern.  Wir stehen fest auf dem Boden der Demokratie, wir möchten viele Menschen bewegen mit uns auf diesem Boden zu stehen, um diesen gesunden und nahrhaften Boden zu verteidigen. Ja, wir feiern unsere Demokratie und wir sagen klar Nein zu Rechtsextremismus mit all der Menschenfeindlichkeit die damit verbunden ist.

Wir, das waren attac, das Bürgerbündnis für Demokratie Radolfzell, das Bündnis Demokratie stärken Rielasingen-Worblingen-Arlen, die Stadtverschönerer Radolfzell, das Bündnis Konstanz für Demo­kratie – Klare Kante gegen Rechts, sowie die OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz

Es war ein schönes Fest mit tollen Ständen, prima Unterhaltung und bester Stimmung. Es ist einfach erfreulich,  gemeinsam mit anderen Menschen ein Fest auszurichten. Es macht Spaß mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Es ist bereichernd zuzuhören, andere Meinungen aufzugreifen und eigene Werte und Haltungen in den Diskurs zu bringen. Ja, es lohnt sich Zeit zu investieren für mich, für andere, gemeinsam mit anderen.

Lasst uns wieder feiern – für die Demokratie – für unsere Zukunft


20. Juni 2026 Nachbarschaftsfest Petershausen zum Weltgeflüchtetentag

von Doris Schilling, Bilder von Nora Herzog

Die Stimmung war gut, entspannt und friedlich.

Wie bereits im vergangenen Jahr hatten wir, die OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz zusammen mit den Studis gegen Rechts einen Infostand. Vor allem unser Kinderprogramm war ein voller Erfolg. Trotz der Hitze kamen die Kinder in Scharen.

Gleich am Nachmittag war der Stand von den Kindern belagert, war es doch äusserst attraktiv, von Sabine geschminkt zu werden. Es lohnte sich halt schon, fast eine Stunde zu warten bis sie dran kamen, denn das Ergebnis war sehr schön und sehr kunstvoll.

Dann konnten die Kinder Sonnenblumenkerne in Töpfchen pflanzen, die sie vorher mit Blumen, Schmetterlingen und allerlei Glitzerkram beklebt hatten.

Großen Anklang fanden auch Abziehbildchen, die sich die Kids als Tatoos von den Studis auf die Arme – und später auch auf die Beine – kleben ließen.

Und die Erwachsenen?

Vielleicht war es bei der Hitze für viele zu Hause doch attraktiver. Ja, es waren einige da; sie saßen unter den von den Veranstaltern zur Verfügung gestellten Pavillons in Gruppen zusammen und pflegten Nachbarschaft. Und natürlich besuchten sie auch unseren Stand oder einen der anderen Gruppen, die die Veranstaltung mittrugen. Wir kamen ins Gespräch, auch die Gäste untereinander, z.B. eine Frau die einem ausländischen Gast sehr ausführlich versuchte, zu erklären, wofür wir Omas eintreten. 

Bei unserer Aktion baten wir, auf Kärtchen die Frage zu beantworten: „Was macht unsere Nachbarschaft stark?“ Es kamen sehr schöne Anregungen zusammen.

Besonders haben mich die Antworten der Kinder berührt:
Mehr geben – nett sein – wir sind alle gleich
oder
Liebevoll sein und nett sein und helfen

Kinder wissen schon, was sie wollen!

und, sie stellten Fragen:
Was bedeutet das „Demokratie“?

Hier blieben wir die Antwort nicht schuldig!


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