In unserem Monatsrückblick findet ihr kurze Erlebnisberichte unserer Omas und Opas zu den entsprechenden Aktionen. Die Berichte sind ungefiltert und stellen einen persönlichen Eindruck dar. Viel Spaß beim Stöbern!
19.Januar 2026: Die AG Schule klärt in Radolfzell auf
Der folgende Artikel stammt aus dem Amtsblatt der Großen Kreisstadt Radolfzell am Bodensee vom 19.02.2026.
An dieser Radolfzeller Gemeinschaftsschule waren unsere Schul-Omas im Januar und Februar gleich zweimal in einer neunten und zehnten Klasse, sowie in Überlingen bei einer FJS-ler Klasse der Caritas.
Im März gibt es einen festen Termin bei einem Konstanzer Gymnasium und eine weitere Anfrage aus Singen!

08.Februar 2026: Der AfD-Stand auf der Marktstätte
Lisa im Dialog mit einer jungen Frau am Stand
…aus dem Kopf nacherzählt: „Ich möchte eine Partei wählen, die ein gutes Leben für alle 8 Milliarden Menschen auf der Welt gestalten möchte. Bin ich da bei Ihnen richtig?“
Wenn ich nicht gewusst hätte, an welchem Stand ich bin, hätten die Antworten nahezu genauso von der sogenannten demokratischen Mitte kommen können:
Die junge Frau: „Das wollen ja im Grunde alle, oder?
Die Aufgabe ist aber zu groß.
Beginnen wir mit unserem Land!
Wirtschaftsaufschwung.
Wenn es den Arbeitgebern besser geht, geht es auch den Arbeitnehmern besser.
Alle Menschen, die aus einem anderen Land kommen, hier arbeiten und sich unseren Regeln anpassen, dürfen natürlich bleiben.“
Lisa: „Wie kommt es denn zu den negativen Schlagzeilen über Ihre Partei?“
Die junge Frau: „Die kommen daher, dass nicht mit, sondern über uns gesprochen wird.
Es müssen Kompromisse gefunden werden.“
Hatte sie Kreide gefuttert?
Das Wahlprogramm zur Landtagswahl in Baden-Württemberg wird meine nächste Lektüre sein…


Britta „under cover“ am AfD-Stand
Ich bin sozusagen inkognito (ohne Oma-Button oder Weste) an den Stand, kurz nachdem dieser fertig aufgebaut war. Ich habe mich als Lehrerin geoutet und gesagt, ich hätte gerne etwas zur Bildungspolitik der AfD gewusst. Die von mir angesprochene Dame wirkte völlig ahnungslos, sie sucht jemanden am Stand, der was dazu weiss. Sie kam dann mit dem Herrn in der blauen AfD Jacke zurück. Der drückte mir unfreundlich das AfD Programm in die Hand, dort stünde alles drin. Ich sagte ihm, dass ich das Programm kenne, dass ich aber konkrete Fragen hätte. Z. B., was die AfD gegen den Lehrermangel tun möchte. Die Antwort sinngemäss: Wenn die ganzen Migrantenkinder weg sind, dann haben die Lehrer wieder Zeit für die deutschen Kinder.
Der Mann behauptete dann, Schüler würden diskriminiert, wenn sie AfD Anhänger seien und sie würden sich nicht mehr trauen, etwas zu sagen. Er würde welche kennen, die… Also wieder die Opfer-Story.
Eine Mitstreiterin vom Bündnis stand inzwischen auch neben mir. Sie fragte den Herrn, was er denn tun würde, wenn die ganzen Migranten weg sind. Wer dann ihn oder andere pflegt. Daraufhin wendete er sich ohne Antwort ab. Sie sagte dann noch: Ach da sind dann die Migranten wieder erwünscht?
Dieses Muster kommt immer, wenn wir Rückfragen stellen. Keine Antwort mehr, versteinerte Mienen. Abwenden.
Die Dame habe ich dann auch auf den Aufkleber: „Schock deine Lehrer“ angesprochen. Was das bedeuten soll, wollte ich von ihr wissen. Schulterzucken. Ich sagte, dass ich diskutieren würde, statt geschockt zu sein. Das fand sie richtig toll, das würden ja nur wenige tun.
Einen der Aufkleber (siehe Foto) habe ich mitgenommen. Vielleicht können wir den für eine interessante Diskussion in der Schule verwenden. ?
Ich habe noch Fragen zur Remigration gestellt. Wie das denn sei, wenn Verwandte von mir einen ausländischen Nachnamen tragen, ob die dann von Remigration bedroht wären. Seine Antwort: Wenn die mal durch Heirat einen fremden Nachnamen haben, dann natürlich nicht. Als ich sagte, nicht durch Heirat, sondern weil die Vorfahren mal eingewandert sind… Keine Antwort.
Ich hab gefragt, wohin sie derzeit eigentlich abschieben wollen. Und ob auch nach Syrien. Das haben sie mit ja beantwortet. Ich frage nach, ob sie die Fotos von dort kennen. Antwort: Es gibt Regionen, wo gar kein Krieg ist. Ein junger AfDler stand neben mir und den habe ich gefragt, ob er, wenn er Syrer wäre, jetzt dorthin zurück kehren würde. Das hat er mit NEIN beantwortet!
Für mehr Fragen hatten wir dann keine Lust mehr, der Puls war schon hoch.


20.& 24 Februar 2026: Die Omas schwärmen aus
Vom Sofa aus lässt sich schwer für Demokratie kämpfen. Am Freitag und Dienstag schwärmten wir trotz Kälte und Nieselregen einmal vom Stephansplatz aus durch die Stadt und einmal rund um den Zähringer Platz, um mit Passanten zu sprechen und Flyer zu verteilen.

Doris, Kathy und barbara beschreiben ihre Eindrücke vom Einsatz am Zähringerplatz so:
Mehrere Frauen und Männer (erschreckend viele) bekannten, nicht zur Wahl gehen zu wollen, da sie sehr enttäuscht von der derzeitigen und vergangenen Regierungen seien.
• Viele Versprechen, die nicht umgesetzt wurden etc.
• „die machen ohnehin, was sie wollen“
• „ich möchte mich politisch nicht informieren“
Überwiegend junge Leute fanden unsere Arbeit gut und wollen eine demokratische Partei wählen.
Ein aus unserer Perspektive junger Mann fragte, nach dem Alter, ab wann man bei den Omas mitmachen könne. Wir sagten, dass wir keine Alters- oder Geschlechtsbeschränkung hätten, verwiesen unter anderem auch auf das Bündnis Konstanz für Demokratie.
In einer Begegnung mit einer Frau bekannte sich diese zur AfD und als Nazionalsozialistin.
Mehrere Personen mit sicht- und hörbar migrantischem Hintergrund bekannten sich zur AFD: Das seien die einzigen, die gegen Sozialschmarotzer vorgehen. Auf unseren Einwand, ob er nicht Bedenken hätte, abgeschoben zu werden, antwortete ein Mann, er lebe seit 20 Jahren in Deutschland, ihn schiebe niemand ab.
Bei einigen der angesprochenen Erwachsenen rannten wir offene Türen ein. Sie werden demokratisch wählen.


27. Februar 2026: ein Lichtermeer für die demokratie – Mahnwache am Münster
Die OMAS GEGEN RECHTS Konstanz Stadt und Kreis, das Konstanzer Bündnis für Demokratie und die Studis gegen Rechts riefen zum LICHTERMEER FÜR DIE DEMOKRATIE am Konstanzer Münsterplatz auf. Gleichzeitig hielten mehrere andere Bündnisse im Landkreis Mahnwachen ab, wie z. B. Singen, Stockach, Rielasingen-Worblingen, Tuttlingen und auf der Höri.

Warum dieses Datum?
Der Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 lieferte den Nationalsozialisten den Vorwand, einen dauerhaften Ausnahmezustand zu errichten.
Bereits 1 Tag später! setzte die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ (Reichstagsbrandverordnung) die wichtigsten Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft, etwa persönliche Freiheit, Meinungs?, Presse?, Vereins? und Versammlungsfreiheit sowie das Brief? und Fernmeldegeheimnis.
Polizei und SA konnten nun ohne richterliche Kontrolle Hausdurchsuchungen durchführen, Menschen verhaften und politische Gegner – vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten – in sogenannte Schutzhaft nehmen.
Diese Notverordnung blieb bis 1945 in Kraft und gilt als einer der entscheidenden Schritte beim Übergang von der Weimarer Demokratie zur nationalsozialistischen Diktatur.
NIE WIEDER IST JETZT!
Die knapp 40-minütige Veranstaltung wurde von Gesängen des Bach Chors Konstanz, von Redebeiträgen und einem gemeinsamen Abschlussgesang mit absolutem Gänsehautfeeling getragen. Ca. 150 – 200 Personen versammelten sich am Münsterplatz. Eine Bekannte berichtete mir, sie sei extra zu der Veranstaltung gekommen, da sie dann das Gefühl habe nicht allein zu sein, sondern in einer Gemeinschaft, die sie trägt.
Genug der Worte, die Bilder sagen alles aus!


Besonders stimmungsvoll waren die eigens gebastelten Laternen! Vielen Dank nochmals an Susanne für Ihre Mühe!
Rechts: Mitglieder des Bach-Chors Konstanz unterstützen uns gesanglich





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