OMAS in der Schule – und plötzlich wird es ganz still im Raum

OMAS in der Schule – und plötzlich wird es ganz still im Raum

Was passiert eigentlich, wenn OMAS GEGEN RECHTS auf Neun- bis Zwölfklässler treffen?

Spoiler: Es wird kein ermüdender Vortrag.
Es wird ein Gespräch. Ein echtes!

Seit fast einem Jahr gibt es nun unsere Arbeitsgruppe AG „Schule“ bei den OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz. Wir sind derzeit sechs engagierte Frauen aus sehr unterschiedlichen Berufen.

In mehreren Monaten intensiver Konzeptarbeit haben wir, begleitet von etlichen Kannen Tee und unzähligen Keksen, ein 90-Minuten-Format entwickelt, mit dem wir seit Dezember bereits an drei Schulen zu Gast waren: an einer Gemeinschaftsschule, an einem Gymnasium und in einer Klasse für FSJ-ler. Und unser Terminkalender füllt sich zu unserer Freude immer wieder neu.

„Müssen wir unsere Demokratie retten?“

Mit dieser beabsichtigt provokanten Frage suchen wir das Gespräch mit Jugendlichen von Klasse 9 bis 12, aus verschiedenen Schularten bis hin zu Berufsschulen.

Man sieht es in ihren Gesichtern.
Erst Skepsis. Dann gespannte Neugier. Dann Hände, die hochgehen.

Wir erzählen nicht von Politik.
Wir erzählen von uns. Von unseren Familien. Von Erfahrungen. Von Momenten, in denen Demokratie eben nicht selbstverständlich war. Von unserer Hoffnung, dass diese Zeiten nicht wieder kommen, weil wir sie den jungen Menschen gerne ersparen würden.

Plötzlich spürt man im Raum nur noch eines: Aufmerksamkeit.

Unsere echten Geschichten öffnen eine Tür.
Durch diese Tür gehen die Jugendlichen erstaunlich schnell.

Danach wechseln wir die Form:
Es gibt jetzt kleine Tischrunden nach der World-Café-Methode: Die Jugendlichen reden miteinander, schreiben Gedanken auf, wechseln die Tische, greifen Ideen auf.

Dann stehen Fragen im Raum wie:

  • Was brauchst du, damit du dich sicher fühlst?
  • Was bedeutet Sicherheit für dich?
  • Ich traue mich, meine Meinung zu sagen, wenn …
  • Fühlst du dich von der Politik ernst genommen?
  • Was wünschst du dir von Politikerinnen und Politikern?

Es berührt uns jedes Mal, wie offen die jungen Menschen ihre Fragen und Gedanken äußern. In jeder Schule, in jeder Klasse erfahren wir viel Positives und es macht ungeheuren Mut, so interessierte Jugendliche zu treffen.

Was uns genauso erstaunt:
Wie wenig sie teilweise darüber wissen, wie viel Einfluss sie eigentlich schon besitzen. Dass sie bei Landtagswahlen bereits mit 16 wählen dürfen. Dass Demokratie nicht erst im Bundestag beginnt, sondern viel früher: in der eigenen Familie, in der Schule, in Vereinen, in der Gemeinde.

Zwischen uns und den Schülerinnen und Schülern entsteht etwas, das man schwer beschreiben kann: Respekt. Neugier. Gemeinsames Nachdenken. Ja sogar Vertrauen.

Und am Ende bleibt bei uns OMAS GEGEN RECHTS vor allem eines zurück: Zuversicht.

Unser Appell an die Politik ist deshalb:  Hört mehr auf die Jugend, setzt euch mit ihnen zusammen und lasst sie spüren, dass ihre Bedürfnisse wichtig sind!

Wenn auch Ihre Schule Lust auf genau diesen Austausch hat, schreiben Sie uns gerne eine Mail mit dem Betreff AG Schule an: ogr-kn@gmx.de

Wir kommen sehr gerne zu Ihnen.

Autorin: Britta Hering
Bild: Mit Genehmigung von Britta Hering

2 Kommentare zu „OMAS in der Schule – und plötzlich wird es ganz still im Raum“

  1. Avatar von Barbara Böttcher
    Barbara Böttcher

    Euer Bericht ist sehr berührend und macht Hoffnung! Tolles Engagement!

  2. […] ermutigend entwickelte sich die Arbeit der AG Schule. Ihr Konzept „Müssen wir unsere Demokratie retten?“ wurde im November 2025 beim SMV-Barcamp, […]

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