In unserem Monatsrückblick findet ihr kurze Erlebnisberichte unserer Omas und Opas zu den entsprechenden Aktionen. Die Berichte sind ungefiltert und stellen einen persönlichen Eindruck dar. Viel Spaß beim Stöbern!
08.März 2026: Landtagswahl – Der TAg der Entscheidung
Zwischen Sektglas und Sorge – Gedanken von einer Wahlkampfparty

Von Andrea R.
Ich stehe auf der Wahlkampfparty vom Bündnis, schaue mich mit einem Glas in der Hand um und denke: Wow, wir sind viele! Viel Engagement, viel Haltung. Das tut gut.
Und doch schiebt sich sofort ein zweiter Gedanke dazwischen: Warum fühlt sich das nicht sicher an?
Ich höre Gespräche, spüre Energie – und gleichzeitig läuft eine zweite Spur: Warum fehlt dieses klare Gefühl von „DAS wird schon“?
Im Laufe des Abends wird mir klar, dass es nicht nur um Politik geht. Es geht um Stimmungen. Um das, was Menschen verbindet – oder trennt.
Weitere unangenehme Gedanken kreisen in meinem Kopf:
Vielleicht sind wir zu leise?
Oder zu differenziert in einer Zeit, die einfache Antworten belohnt?
Erreichen wir wirklich die, die wir erreichen müssten?
Oder reden wir am Ende doch viel zu oft nur unter uns?
Hmmm. Und trotzdem: Wir hören nicht auf. Wir machen weiter.
Im Rückblick auf die letzten Wochen vor der Wahl wird mir der Kern: Demokratie fühlt sich nicht wie ein Sieg an; sondern wie Arbeit. Wie etwas, das viel Kraft kostet – und das man trotzdem nicht loslässt. Weil es sich lohnt!
Ich spüre: Wir haben ein starkes WIR. Das tröstet.
Und gleichzeitig ist genau das die Herausforderung: Wie wird daraus ein echtes WIR ALLE?
Denn darum geht es: Menschen zu erreichen, die längst in anderen Wirklichkeiten leben.
Und dann wird mir klar: Wir haben kein Wissensproblem. Wir haben ein Verbindungsproblem.
Hier in unserem Kreis wissen viele, wovon sie sprechen. Sie sind informiert, reflektiert, engagiert. Aber Wissen verändert keine Haltung. Und schon gar kein Gefühl.
Andere setzen genau da an: bei Emotionen, bei Zugehörigkeit, beim Gefühl, verstanden zu werden.
Wir argumentieren oft richtig – und erreichen trotzdem nicht die Richtigen.
Vielleicht, weil wir glauben, gute Argumente reichen?
Vielleicht, weil wir unterschätzen, wie stark der Wunsch nach einfachen Antworten ist?
Nach der Wahl ist vor der Wahl. Für die Zukunft bleibt für mich vor allem eine Erkenntnis:
Engagement braucht mehr als Haltung. Es braucht Übersetzung. Nicht im Sinne von „vereinfachen bis zur Unkenntlichkeit“. Sondern im Sinne von:
Wie sprechen wir so, dass Menschen sich gemeint fühlen – und nicht belehrt? Wie berühren wir Menschen und nehmen sie mit?
Genau das ist der Punkt, den wir bei OMAS GEGEN RECHTS jetzt bewusst in unsere Strategie aufnehmen sollten: Menschen nicht nur zu erreichen – sondern wirklich zu berühren. Wirksam zu werden.
Und genau das wird das Thema unserer Strategie 2026 und des nächsten Monatsrückblicks werden.
8.000 Kilometer ?
Neulich im Heimathafen bei der MedienGruppen-sitzung …
von Andrea R.

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten ganz nebenbei und wenn man es nicht erwartet. ?
Neulich kamen wir bei unserem wöchentlichen Mediengruppen-Meeting im „Heimathafen“ mit der Serviererin ins Gespräch. Sie erzählte von ihrer Reise nach Jamaika im Januar – Sonne, Meer, ein kleines B&B. Nichts Ungewöhnliches. Zitat: „Am Arsch der Welt“.
Und dann der Satz, bei dem wir innehielten: Die Besitzerin des B&B sei eine Deutsche und sie kennt die OMAS GEGEN RECHTS. Findet uns ganz toll! Sie verfolgt unsere Arbeit. Und unterstützt uns!
Da sitzt also irgendwo auf Jamaika – ca. 8.000 km weit weg! – eine Frau, hört von unseren Aktionen von der Nordsee bis zum Bodensee und fühlt sich mit uns verbunden.
WOW! Das ist doch verrückt schön!
Unsere Stimme reicht weiter, als wir manchmal glauben. ?
9. März: Frauenstreik in Konstanz
Ausrichtende: Töchterkollektiv / Frauenstreik Bodensee + Theater Konstanz + Chancengleichheitsstelle
Mit einer Sitz- und Liegeaktion auf der Marktstätte machte das Töchterkollektiv sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt: unbezahlte Arbeit, emotionale Last, finanzielle Unsicherheit und alltägliche Ungleichheit.
Frauen (und alle, die in unserer Gesellschaft oft übersehen werden) tragen diese Gesellschaft – in Care-Arbeit, sozialen Berufen, Familien und Communities. Und zahlen dafür oft den Preis.




13. März 2026: Internationaler Frauentag – hauptveranstaltung im konzil
FAIRrechnet – Wer bezahlt Care-Arbeit?
von Doris S.
Care-Arbeit: Eines der vielen ungelösten Themen unserer Gesellschaft.
Die städtische Chancengleichheitsstelle hat dieses Thema in ihrer diesjährigen Hauptveranstaltung im Programm „FAIRrechnet?! Wer bezahlt für Care-Arbeit?“ aufgenommen. Gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle des Landkreises sowie dem Frauenhaus Konstanz luden die Veranstalter am 13. März in den Speichersaal des Konzils ein.
Noch immer leisten vor allem Frauen den Großteil der Care-Arbeit – in Familien, Communities und sozialen Berufen.
Gleichzeitig wächst auch bei vielen Männern der Wunsch, Verantwortung anders zu verteilen.
Doch die entscheidende Frage ist nicht gelöst: Wer bezahlt diese Arbeit – und wie? Mit Geld? Mit Zeit? Oder weiterhin mit Überlastung, weniger Einkommen und unsicherer Altersvorsorge?
Pflege und Kinderbetreuung gelten politisch oft als „nicht finanzierbar“.
Aber mal ehrlich: Geht diese Rechnung wirklich auf?
Was ist uns Care-Arbeit als Gesellschaft wirklich wert?
Acht Initiativen aus Konstanz waren dabei – wir OMAS GEGEN RECHTS mittendrin. Interessante Nachbarstände, viel Gelegenheit miteinander zu reden und zu vernetzen.
Unseren Stand stellten unter das Motto: „Wir halten die Welt am Laufen.“
Auf unserem Poster ging es um gestern, heute – und vor allem morgen. Die entscheidende Frage:
Was muss sich ändern, damit Care-Arbeit endlich fair wird?
Unsere Besucherinnen haben ihre Wünsche auf bunte Zettel geschrieben. Eigentlich wollten wir diese auswerten und an die Politik weitergeben. Am Ende waren es rund 20 – zu wenig für eine echte Auswertung. Doris hat sie deshalb für euch fotografiert.
Auf der Bühne wurde es dafür richtig spannend: Zwei bundesweit bekannte Speaker gaben Einblicke in ihre Perspektiven auf Care-Arbeit – und was sich dringend ändern müsste.
- Nils Pickert erzählte mit viel Humor von seinem Familienalltag und davon, wie er mit seiner „Lebenskomplizin“ bewusst Rollen tauscht – und berichtete, was das mit einem macht.
- Mareice Kaiser wurde deutlich persönlicher: Sie sprach berührend über ihren Alltag mit einem behinderten Kind – und über die Realität hinter dem Begriff Care-Arbeit.
Was schade war: Die Veranstaltung war relativ wenig besucht.
Und ehrlich gesagt – bei der Werbung wundert das nicht. Es waren so gut wie keine Plakate zu sehen, nicht mal außen am Konzil hing ein Hinweis. Da läuft man dann einfach vorbei.



14. März 2026: Wir sehen uns in Radolfzell! OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz – jetzt auch aktiv im Raum Radolfzell, Stockach und Singen
von Inge S.
Am 14. März trafen wir uns zum ersten Mal in Radolfzell. 10 Frauen aus den unterschiedlichsten Orten im westlichen Teil des Landkreises Konstanz. Was uns verbindet: Wir werden unterwegs sein für die Demokratie. Als OMAS GEGEN RECHTS unterstützen wir es, klare Bekenntnisse für die Demokratie weiterzugeben. Unter dem Dach der Regionalgruppe „OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz“ möchten wir die Gedanken der Initiative verbreiten. Zitat aus der Homepage der OMAS GEGEN RECHTS, Verein: „Wir setzen uns ein für den Abbau von Angst vor allem Fremden. Mit dem Verein wollen wir einen Beitrag zum Schutz der Demokratie leisten, um auf die bedrohliche Zunahme von Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit zu reagieren, denn die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Auf den Wochenmärkten hier in der Region Radolfzell, Stockach, Singen und auf Aktionen und Festen, gemeinsam mit den Bündnissen für Demokratien, werden wir mit Menschen ins Gespräch kommen – aufmerksam zuhören und Meinungen austauschen.
Wir treffen uns einmal im Monat jeweils Samstag vormittags in Radolfzell. Gerne teilen wir Datum und Ort persönlich mit. Ansprechpartnerin ist Inge Saegert
Die E-Mail Adressen für die Kreis-Gruppe ogr-kn@gmx.de und inge.saegert@posteo.de


21. März 2026: internationaler tag gegen rassismus

Kein öffentliches Zeichen in Konstanz zum Internationalen Tag gegen Rassismus.
Susanne B. hat setzt eines gesetzt und uns netterweise dieses Bild zur Verfügung gestellt:
„Sieh niemals auf jemanden herab, es sei denn, du hilfst ihm auf.“ Jesse Jackson
„Ich finde, dass dieses Zitat in einfachen prägnanten Worten alles sagt, was Menschen voreinander haben sollten: Respekt. Egal welcher Geschichte, Religion, welchen Geschlechts und Alters, etc. Menschen sollen einander auf Augenhöhe begegnen.“
11. März: Besuch der Omas gegen Rechts AG Schule in Kursstufe 12 am Ellenrieder Gymnasium in Konstanz
von Britta H.
Bereits zum zweiten Mal besuchten wir eine Schulklasse am Ellenrieder Gymnasium. Diesmal die Klasse 12.
Wir starteten mit einem Plakat, auf dem die Jugendlichen Begriffe wie Respekt / Solidarität, Inklusion etc. mit Punkten bewerten konnten. Ein guter Einstieg in den weiteren Verlauf. Wie immer beginnt dieser mit unseren sehr persönlichen Erzählungen. Kindheits- und Erziehungserfahrungen, verknüpft mit unseren Hoffnungen, dass die heutige Generation nicht noch einmal solche Entwicklungen mitmachen muss.
Im World Café beteiligten sich alle Schülerinnen und Schüler der Klasse aktiv und es kam zu regen Diskussionen über die eigenen gesellschaftlichen Haltungen in der Klasse.
Wie immer empfanden wir den Austausch mit den jungen Menschen als grossen Gewinn und wie wir auf der Homepage des Ellenrieder nachlesen konnten: Auch den Jugendlichen hat es Spass gemacht und wir alle hatten einen Gewinn davon.
Hier kannst du den ganzen Bericht in der Schülerzeitung des Ellenrieder lesen: Besuch der „Omas gegen Rechts“


Am Freitag 27. März waren wir an der Zeppelin-Realschule in Singen.
Auch hier begeisterte uns die aktive Beteiligung der Klasse und die wirklich interessanten Diskussionen. Es macht uns Mut für die weiteren geplanten Besuche an Schulen.
last but not least: Buchempfehlung von Susanne B.
Susanne: „Ich empfehle dieses Buch, weil es direkt auf der ersten Seite so unter die Haut geht und das auch so bleibt bis zum Schluss.
Weil die Geschichte so unvorstellbar und doch sehr vorstellbar und realistisch ist.“
„Die wut, die bleibt“ von Mareike Fallwickl


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Der nächste Rückblick für April 2026 erscheint Anfang Mai.
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