Am 11., 12. und 13. Januar lief im Zebra-Kino Konstanz der Dokumentarfilm „Das Ungesagte“ – in Kooperation mit den OMAS GEGEN RECHTS Stadt und Kreis Konstanz, der Initiative Stolpersteine und dem Bündnis für Demokratie „Klare Kante gegen Rechts“. Der Film versammelt Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des NS-Regimes und stellt eine unbequeme Frage: Was passiert mit Erinnerungen, wenn jahrzehntelang nicht über sie gesprochen wird?
Wir OMAS waren mit einem Infostand vor Ort.
Während im Kinosaal von Schweigen, Verdrängen und Nicht-Gesagtem die Rede war, liefen in mir ganz andere Bilder ab:
In meiner Jugend hatte ich es anders erlebt – nicht ungesagt, sondern vieles sehr emotional erzählt.
Mein Vater sprach über Nazizeit, Arbeitsdienst, Krieg, Gefangenschaft, Angst und Leidensdruck
Ich habe damals beim Zuhören viel geweint, nicht er, der Erzähler, aber es waren auch seine Tränen. Er, der selbst nicht mehr weinen konnte.
Sein Leben lang hat er unter den als Jugendlicher von 17 Jahren erlebten Bildern und Geschehnissen vom Krieg und der Gefangenschaft gelitten.
Der Film zeigte eine andere, und offenbar sehr viel häufigere Realität: jahrzehntelanges Schweigen. Wegschauen. Abblocken. Anschreien, wenn die Nachkriegsgeneration nachfragte.
Jahrzehntelanges Schweigen und Bemühen um Vergessen
Die Offenheit der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Film hat alte Erinnerungen in mir wachgerufen. Und zugleich einen sehr alten Entschluss neu bekräftigt: mich dafür einzusetzen, dass eine solche Zeit nie wieder möglich wird.
Vielleicht beginnt das genau dort – beim Zuhören. Beim Fragen. Und beim Nicht-mehr-Schweigen.


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